Emacs

Emacs ist ein sehr mächtiger Texteditor mit einer endlosen Palette an Funktionen und gilt als eines der ausgereiftesten und fehlerfreiesten Programme überhaupt. Emacs ist mit weitem Abstand das älteste komplexe Computerprogramm und wird seit 1971 entwickelt und immer noch regelmäßig mit Updates und Erweiterungen versorgt. Die Bedienung ist zum Teil ungewöhnlich und muss erlernt werden, was darauf zurückzuführen ist, das viele Bedienkonzepte, die heute an Computern gang und gäbe sind, in Emacs eingeführt wurden. Unter anderem das Konzept der Zwischenablage.

Das Emacs über 40 Jahre alt ist und seit dem entwickelt wird, hat den Vorteil, dass die Systemanforderungen von Emacs für heutige Verhältnisse geradezu verschwindend gering sind. Dass heisst, dass es auf sehr vielen Systemen und in sehr vielen Umgebungen läuft und auch dann noch Daten verarbeiten kann, wenn andere Programme schon längst gescheitert sind. In Emacs lassen sich ohne Probleme auch auf älteren Systemen Dateien mit einer Größe von mehreren hundert Megabyte öffnen und bearbeiten.

Emacs läuft in seiner Reinform in der Kommandozeile, braucht also auch keine Grafikprozessor, keine grafische Laufzeitumgebung und kann auch ohne Probleme über weite Entferung und schwache Netzzugänge bedient werden, also z.B. auch auf einem Serversystem, das nur über die Kommandozeile zugänglich ist.

Eine weitere ungewöhnliche Eigenschaft von Emacs die auch zu seiner Popularität bei Computerexperten beiträgt, ist der Umstand, das Emacs eigentlich vornehmlich ein Interpreter für die mächtige Scriptsprache Lisp ist. Emacs Funktionen sind alle mit Lisp programmiert, weshalb sich Emacs auch sehr leicht erweitern lässt und komplexe Arbeitsprozesse sich in Emacs schnell automatisieren lassen. Die Lisp Variante, die in Emacs läuft, ist ein ein eigener Lisp-Dialekt, das so genannte “Emacs Lisp”.


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter: